Was ist ein schwimmend verlegter Boden und wann macht er Sinn?

Hat man wenig Berührungspunkte mit dem Baugewerbe, ist vielen nicht klar, was genau ein schwimmender Fußboden eigentlich ist. Ganz davon zu schweigen, wann etwa die Entscheidung für einen schwimmend verlegten Boden sinnvoll ist (z. B. im Fall von Parkett). Bringen wir also Licht ins Dunkle!

Ein schwimmend verlegter Boden wird nicht fest mit dem Unterboden verbunden. Es handelt sich also um eine Art lose Verlegung, bei der die einzelnen Elemente meist mithilfe von Klick-Verbindungen aneinander befestigt werden.

Das Konzept unterscheidet sich also stark von einem verklebten Bodenbelag und so kommen schwimmend verlegte Fußböden mit eigenen Vor- und Nachteilen ums Eck. In vielen Fällen ist die Art der Verlegung keine Frage des persönlichen Geschmacks, sondern schlichtweg die einzig sinnvolle Option.

Wann macht ein schwimmend verlegter Boden Sinn?

Grundsätzlich ist bei den folgenden Bodenarten eine schwimmende Verlegung möglich:

  • Fertigparkett mit Klicksystem
  • Laminat
  • Vinylböden
  • Kork

Auf welche Weise ein Fußboden verlegt wird, hängt von der jeweiligen Beschaffenheit der betroffenen Fläche ab. Eine schwimmende Verlegung von Parkett, Vinyl, Laminat etc. wird meist aus den folgenden zwei Gründe als sinnvoll erachtet:

  1. Die schwimmende Verlegung ist vor allem im Rahmen einer Renovierung eine äußerst beliebte Wahl. Dafür musst du den alten Bodenbelag nämlich nicht aufwendig herausnehmen, denn z. B. Parkett oder Vinyl können häufig problemlos schwimmend auf dem alten Boden verlegt werden (außer bei Teppich).

    Ein für die schwimmende Verlegung konstruierter Bodenbelag, hat den Vorteil, dass er eine niedrige Aufbauhöhe hat. So sparst du dir das Geld für das Herausreißen des alten Bodens. Wie das etwa bei Parkett funktioniert, liest du in unserem Beitrag „Parkett auf Fliesen verlegen – geht das?“.

  2. Es gibt Unterböden, an denen Fliesenkleber und Fliesenmörtel schlichtweg nicht gut haften. Das ist zum Beispiel bei einem Untergrund mit vielen Rillen oder auch bei Epoxidharzböden der Fall.

    Zwar kann man die Oberfläche präparieren bzw. ausgleichen, allerdings kostet das meist viel Geld. Aus diesem Grund entscheiden sich viele in dieser Situation lieber dafür, den Bodenbelag schwimmend zu verlegen.

Sich für einen schwimmenden Vinyl- oder Parkettboden zu entscheiden, weil der Untergrund schief ist oder gar Feuchtigkeitsschäden auf dem Unterboden existieren, ist keine gute Idee. Derartige Probleme müssen zunächst konsequent behoben werden, sonst macht ein neuer Bodenbelag keinen Sinn!

Vorteile eines schwimmend verlegten Bodenbelags

Nachdem wir jetzt wissen, wann die schwimmende Verlegung eines Fußbodens Sinn macht, möchte ich dir noch zeigen, mit welche Vorteilen schwimmende Böden eigentlich auftrumpfen können.

Die schwimmende Verengung von Parkett, Vinyl, Laminat und Co. ist gerade deswegen beliebt, da sie vergleichsweise schnell und einfach selbst durchzuführen ist. Auch Anfänger können das dank der simplen Klickverbindungen ganz ohne Spezialwerkzeug und Maschinen hinbekommen.

Auch cool ist, dass du den Boden bereits schon am Tag der schwimmenden Verlegung betreten kannst!

Dank der losen Verlegung kann ein Boden mit Klickverbindungen wie ein Fertigparkett sogar zurückgebaut und so (meist) unbeschadet entfernt werden. Dieser Vorteil eines schwimmenden Bodenbelags ist gerade in Mietwohnungen sehr praktisch, da sich so z. B. das Parkett mitnehmen lässt. Wie man dabei vorgeht, verrät dir der folgende Artikel:

Natürlich spielt für viele auch der finanzielle Aspekt eine Rolle. Die Durchführung einer schwimmenden Verlegung durch einen Fachbetrieb ist deutlich günstiger als eine verklebte Verlegung. Das liegt zum einen an der Zeitersparnis sowie an der geringerem Notwendigkeit für den Einsatz von Spezialwerkzeug.

Hat eine schwimmende Verlegung auch Nachteile?

Leider kommen auch schwimmende Fußböden nicht ohne Nachteile aus. Schuld an den Nachteilen eines schwimmenden Fußbodens ist der kleine Freiraum zwischen Bodenbelag und Unterboden.

Betritt man einen schwimmenden Fußboden, so kommt es durch die lose Verbindung zu minimalen Vibrationen. Leider sorgt das häufig für unangenehm laute Geräusche, wenn man über den Boden läuft.

Daher ist eine Trittschalldämmung unter dem Bodenbelag wirklich empfehlenswert, damit die Raumakustik nicht leiden muss. Dies ist jedoch mit entsprechenden Mehrausgaben verbunden.

Aufgrund der losen Verlegung sind die meisten schwimmenden Böden mit einer Fußbodenheizung nicht wirklich kompatibel. Die Wärme kann nicht wirklich effizient an den Bodenbelag weitergeleitet werden.

Auf dem Markt gibt es lediglich eine Handvoll Hersteller von Laminat- und Fertigparkettböden, deren Produkte bei einer schwimmenden Verlegung einigermaßen gut mit einer Fußbodenheizung harmonieren.

Bei Parkettböden ist aufgrund der fehlenden feste Verbindung zum Unterboden ein Abschleifen leider nur schwer möglich. Die schweren Maschinen versetzen nämlich die Parkettstäbe in Bewegung, weswegen sich gleichmäßiges Abschleifen kaum umsetzen lässt. Viele Fachbetriebe nehmen derartige Aufträge deswegen häufig auch gar nicht erst an.


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