Kann Parkett auf Fliesen verlegt werden?

Vor allem in Badezimmer und Küchen, aber auch in anderen Räumen erfreut sich ein Parkettboden immer größerer Beliebtheit. Doch ein neuer Boden ist meistens mit viel Arbeit verbunden…da fragt man sich natürlich, ob man es sich nicht leichter machen kann?

Nicht immer muss ein bereits verlegter Bodenbelag entfernt werden, um Platz für ihren neuen schicken Parkettboden zu machen. Wussten Sie, dass es oft relativ problemlos ist, Parkett auf Fliesen zu verlegen? Was dabei die wichtigsten Aspekte sind und ob es in ihrem Fall auch möglich ist, erfahren Sie in den nächsten Zeilen.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein

Ein unglaublich großer Vorteil bei einem solchen Vorhaben ist es, wenn ihr Boden aus großen Fliesen besteht. Sehr kleine Fliesen – Mosaikfliesen – sind dafür nämlich eher ungeeignet, da diese in den Zwischenflächen sehr viel Fugenmasse haben. Dadurch bilden sie nicht unbedingt den stabilsten Untergrund für das Parkett und können auch zu Verformungen des Holzbodens führen.

Durch den neuen Bodenbelag wird sich die Höhe des Bodens natürlich zusätzlich erhöhen. Bevor Sie also diese Vorgehensweise beschließen, sollten sie unbedingt genau nachmessen, ob die zusätzliche Höhe bei Türen, Übergängen, Möbeln, Küchenschränke etc. zu Problemen führen kann!

Parkett über Fliesen mit einer Fußbodenheizung stellt übrigens kein Problem dar, soweit der Parkettboden fest verklebt wird. Von der sogenannten schwimmenden Verlegung ist in diesem Zusammenhang jedoch abzuraten.


Exkurs: Wie Sie Kratzer in Ihrem Neuen Parkettboden vermeiden können, erfahren Sie in folgendem Artikel auf unserer Seite.


Vorbereitung des Untergrunds

Tipp: Auch wenn sich diese Arbeit im ersten Moment theoretisch nicht schwierig erscheint, sollte meiner Meinung nach (vor allem bei wenig Erfahrung!) ein Fachmann herbeigezogen werden. Es gibt nämlich viele Arbeitsschritte, wo bereits kleine Fehler eine große Wirkung entfalten können.

Bevor die Arbeit so richtig losgehen kann, sollte den die Fliesen gründlichst gereinigt werden. Jede Art von Verschmutzung sollte vermieden werden, um so eine hohe Wirksamkeit des Parkettklebers zu gewähren. Auch ein genaues Abklopfen der einzelnen Fliesen ist notwendig, um so Hohlräume entdecken zu können. Um zukünftige Probleme zu vermeiden, sollten lose Fliesen entfernt werden und die Lücken mit Spachtel-Masse gefüllt werden.

Überprüfen Sie bei dieser Gelegenheit auch gleich, ob ihr Fußboden auch eben ist. Das ist nämlich eine perfekte Gelegenheit, um kleinere Mängel auszubessern!

Wenn diese Schritte erledigt sind, wird der Fliesenboden angeschliffen, um so eine geeignete Oberfläche zu schaffen, und die Fugen mit Ausgleichs-Masse aufgefüllt. Anschließend wird entweder mithilfe eines Parkettklebers (oftmals eine 2-Komponenten-Epoxidharz-Grundierung) das Parkett verklebt, oder aber es wird schwimmend verlegt. Mehr zu den unterschiedlichen Arten der Verlegung lesen Sie im nächsten Punkt.

Übrigens ist jegliche Art eines Rückbaus nicht empfehlenswert, da durch die Vorbereitungsmaßnahmen der Fliesenboden nicht mehr wirklich vorzeigbar sein wird.

Wie soll das Parkett auf Fliesen verlegt werden?

Grundsätzlich kann ein Parkettboden auf Fliesenuntergrund sowohl verklebt als auch schwimmend verlegt werden. Die feste verklebte Variante bietet meiner Erfahrung nach aber mehrere Vorteile.

Durch die entstehende feste Verbindung zwischen Fliese und Holzboden mit Parkettkleber entsteht ein sehr geräuscharmer Untergrund, der auch einen besseren Gehkomfort bietet.

Bei der schwimmenden Verlegung sollte nämlich zwingend eine Trittschalldämmung zwischen den beiden Flächen verlegt werden, da man der Boden beim darüber laufen sonst einen hohen Geräuschpegel hat.

Außerdem ist bei einem Fliesenboden auch eine sogenannte Dampfsperre erforderlich. Diese nimmt im Notfall Feuchtigkeit auf, welche sich sonst im Zwischenraum zwischen Holz und Fliese ansammeln und zu einem größeren Problem werden würde!
Sie ahnen es bestimmt schon, durch diese zusätzlichen Materialien erhöht sich natürlich auch die Bodenhöhe.

Was Sie sonst noch alles über den passenden Untergrund für das Verlegen von Parkett wissen müssen, erfahren Sie in folgendem Beitrag:

Je nach ihrer individuellen Begebenheit könnte das zu Stolperfallen oder auch Problemen bei der Schließung von Türen führen.
Falls sie sich also für eine schwimmende Verlegung entscheiden, sind diese Aspekte keinesfalls auf die leichte Schulter zu nehmen!

Achtung: Sollte sich eine Fußbodenheizung unter den Fliesen befinden, ist ein Verkleben des Parkettbodens Pflicht! Beim schwimmenden Verlegen entsteht durch die zusätzlichen Schichten eine Wärmedämmung und vermindern somit die Leistung ihrer Fußbodenheizung enorm! Nur auf diese Weise macht ein Holzboden auf Fliesen mit Fußbodenheizung wirklich Sinn.

Welche Art von Parkett sollte dafür verwendet werden

Ideal für diesen Zweck ist sogenanntes Mehrschichtparkett, da es durch seinen Aufbau die praktische Eigenschaft hat, weniger Spannung auf die unten legenden Fliesen zu übertragen.

Sollten Sie Parkett auf Massivholz bevorzugen, so rate ich zu einer Verwendung von Holz, das kaum aufquellt. Dafür sind beispielsweise die bei uns heimische Eiche, Bambus oder auch Nussbaum hervorragend geeignet, diese kommen meiner Erfahrung nach auch mit starker Feuchtigkeit gut aus. Zwischen Fliesen und Massivparkett sollte aber unbedingt ein Entkopplungsvlies geklebt werden. Dieses hat, ähnlich wie beim oben erwähntem Mehrschichtparkett, die Funktion, die auftretende Spannung deutlich zu verringern.

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