Die Wahl des richtigen Parkettklebers

Damit du dich noch lange Zeit an deinem neuen Parkettboden erfreuen kannst, musst du bei der Verlegung den richtigen Parkettkleber einsetzen. Die Wahl des Klebstoffes hat unmittelbare Auswirkungen auf den Schallschutz und die Optimierung der Wärmeleitfähigkeit einer Fußbodenheizung.

Parkettkleber gibt es in vielen verschiedenen Varianten, wodurch es bei der Suche nach dem richtigen Produkt leider schnell unübersichtlich wird. Mit diesem Beitrag möchte ich dir daher zeigen, welcher Parkettklebstoff für dein Projekt die beste Wahl ist.

Welche Arten von Parkettklebern gibt es?

Da es auf dem Gebiet der Klebstofftechnik in den letzten Jahren viele Fortschritte gab, sind die meisten Parkettkleber heutzutage zum Glück frei von Lösemitteln. Das ist gut, denn lösemittelfreie Kleber haben den Vorteil, dass es in deinem Zuhause nach dem Auftragen nicht tagelang nach Klebstoff riecht.

Während früher also die Anwendung von Klebern auf Lösungsmittel- bzw. auf Wasserbasis weit verbreitet war, geht der Trend heutzutage eindeutig zu den elastischen 1- oder 2-Komponenten Parkettklebstoffen.

In dieser Kategorie erfreuen sich übrigens Kleber auf Basis von Silan besonders großer Beliebtheit. Dieser Parkettkleber ist einigen Hobbyhandwerkern vielleicht besser unter dem Namen MS-Polymerklebstoff bekannt. Die jeweiligen Vor- und Nachteile der einzelnen Parkettkleber schauen wir uns im nächsten Absatz einmal genauer an.

Mann schneidet Parkettdielen mithilfe einer Tischsäge zu

Welcher Parkettkleber ist der richtige für dein Projekt?

Für das Verkleben eines Parkettbodens auf einem Estrich solltest du dich unbedingt immer für einen elastischen Parkettkleber entscheiden. Dieser Klebstoff ermöglicht es deinen Holzboden, sich bei Temperaturschwankungen unbeschadet zusammenzuziehen beziehungsweise auszudehnen.

Doch woher sollst du nun wissen, ob einkomponentiger oder zweikomponentiger Parkettkleber in deinem Fall die bessere Wahl ist?

Silanbasierter Parkettklebstoff

Hier unterscheidet man zwischen Klebstoffen auf Silanbasis und den MS-Polymerklebstoffen, die aus silanmodifizierten Polymeren (modified silan = „MS“) bestehen. Trotz der Unterschiede bezüglich der chemischen Zusammensetzung, verfügen beide Klebstoffe über ähnliche Eigenschaften in Hinblick auf die Verlegung von Parkett.

Silanklebstoffe benötigen zum Abbinden keine weiteren Komponenten, es handelt sich daher um einen sogenannten 1-Komponenten-Klebstoff. Der Trocknungsvorgang setzt ein, indem sie mit der Feuchtigkeit aus der Raumluft reagieren.

Vorteile von Silanklebstoffen

  • schnelle Trocknungszeit
  • MS-Klebstoffe sind dauerelastisch und somit die beste Wahl für Böden mit hoher Spannung (zum Beispiel bei Massivparkett oder bei Holzböden mit einer Fußbodenheizung)
  • ein Silanbasierter Parkettkleber bietet dem Parkettboden eine hohe Haftung und verleiht ihm durch seine elastischen Eigenschaften die notwendige Flexibilität
  • MS-Polymerklebstoffe lassen sich leicht verarbeiten
  • beinhalten keine Lösemittel und sind somit geruchsarm

Ein MS-Parkettkleber ist dank seiner positiven Eigenschaften universell für alle Arten von Parkettböden geeignet und daher mein unangefochtener Favorit in dieser Produktkategorie.

Als gute Parkettkleber gelten seit jeher der elastische Parkettkleber der Firma Wakol*, der Silanklebstoff von Bona* oder auch der RETOL MS silanmodifizierte Parkettkleber*.

MS- Parkettkleber: elastisch, hartelastisch oder schubfest?

Parkettkleber wird in den Versionen „elastisch“, „hartelastisch/festelastisch“ und „schubfest“ angeboten. Lass dich durch die Begriffe nicht verwirren, denn die Unterschiede sind schnell erklärt.

Elastisch und Festelastisch: Ein elastischer Parkettkleber ist grundsätzlich weicher als die festelastische Alternative. Elastischer Parkettklebstoff wird daher in der Regel für das Verkleben von maßgenauem Fertigparkett und festelastischer Parkettkleber für Massivholzdielen benutzt.

Gute Produkte sind der elastische Wakol MS 230 Parkettkleber* und der festelastische Wakol MS 260* Parkettklebstoff.

Schubfest: Dieser Klebstoff unterbindet weitgehend das Ausdehnen des Parketts. Ein schubfester Klebstoff* minimiert also das Auftreten der Fugenbildung und hält gewisse Holzarten wie etwa Ahorn gut im Zaun. Der Einsatz des Klebers ist aber nur dann sinnvoll, wenn der Unterboden stabil ist und die dabei entstehenden Kräfte problemlos aufnehmen kann. Das ist z. B. bei einer Fußbodenheizung nicht der Fall!

2-K Plyurethen Klebstoff

Eichen-Fertigparkett mit deutlich sichtbarer Maserung in einem Schlafzimmer

Wie der Name schon verrät, besteht ein 2-K Parkettklebstoff* aus zwei Komponenten. Damit der Kleber aushärten kann, muss man diese vor der Anwendung gründlich miteinander vermischen. Das zieht natürlich positive als auch negative Aspekte nach sich.

Die beiden perfekt aufeinander abgestimmten Komponenten erlauben es dem 2-K Parkettkleber für eine außerordentlich starke Haftung zwischen Parkett und Untergrund zu sorgen. Dieser Parkettkleber wird daher von Profis gerne für stark frequentierte Bereiche mit hoher Beanspruchung genutzt.

Und genau hier liegt auch das Problem begraben. Einen 2-K Parkettklebstoff solltest du wirklich nur dann verwenden, wenn du bereits im Umgang mit diesem Kleber über genügend Erfahrung verfügst. Damit alles klappt, muss das Mischverhältnis stimmen und die Verarbeitung zügig erfolgen. Andernfalls entfaltet der Klebstoff nicht die gewünschte Wirkung und muss anschließend leider mühsam abgekratzt werden.

Außerdem möchte ich auch die Tatsache nicht unerwähnt lassen, dass dieser Klebstoff als zweite Komponente Isocynate enthält. Ähnlich wie bei Parkettklebern mit Lösungsmittel ist die Beimischung von Isocynaten für einige ein Ausschlusskriterium für den Kauf. Auch die Anschaffungskosten für 2-K Parkettklebstoff liegen im direkten Vergleich um einiges höher.

Achtung: Parkett sollte immer nur auf einem passenden Untergrund verlegt werden! Welche Kriterien dabei konkret gelten, erfährst du in folgendem Beitrag auf unserer Seite:

Welcher Zahnspachtel eignet sich für Parkettkleber?

geöltes Parkett in einer offenen Wohnung

Allein mit der Wahl eines passenden Klebemittels ist die Angelegenheit allerdings noch nicht erledigt. Schließlich darfst du den Parkettkleber später beim Verlegen nicht einfach wahllos auf den Boden gießen.

Damit die Parkettstäbe später fest kleben bleiben und sich keine Hohlstellen unter den Dielen bilden, muss der Kleber gleichmäßig auf dem Untergrund verteil werden. Hierfür benötigt man einen Zahnspachtel. Der Spachtel dosiert die Menge des Klebers und erschafft dabei das typische Rillenmuster.

Das Prinzip kennst du bestimmt schon vom Fliesenlegen. Das Verkleben von Parkett erfolgt allerdings mit speziellen Spachteln mit einer sogenannten Dreieck-Zahnung. Doch auch in dieser Kategorie ist die Auswahl an verschiedenen Größen und Modellen immens. Woher weiß man also, welche Zahnung sich für meinen Parkettkleber eignet?

Die Größe der Zahnung orientiert sich in erster Linie an dem von dir verwendeten Parkett. Die notwendigen Informationen findest du allerdings nicht im Produktdatenblatt des Parkettbodens, sondern immer nur in der Anleitung bzw. den Herstellerangaben des Parkettklebers!

Die Zahnspachtel für Parkettkleber tragen Bezeichnungen wie B3*, B9, B13 oder B5. Sie unterscheiden sich lediglich in der Größe ihrer Zahnung. Diese gibt vor, wie viel Gramm des Klebers nach dem Verstreichen auf dem Untergrund verbleibt. Hier folgt eine kleine Auswahl:

Die unten stehende Tabelle dient als Beispiel für die Angaben eines namhaften Herstellers:

Beispiel-Übersichtstabelle: Zahnung für Parkettkleber

B3Mosaikparkett
8 mm Mehrschichtparkett
B6Zweischichtparkett
Fertigparkett bis 60 cm Länge und 10 mm Höhe
B10Stabparkett
Lammparkett
kleinformatiges Fertigparkett ab einer Dielenlänge von 120 cm
B12Massivholzdielen
großformatiges Fertigparkett mit Dielen ab 120 cm Länge

Hinweis: Durch das Verstreichen des Klebers nutzen sich Zahnspachtel nach einiger Zeit ab. Wenn du größere Flächen bearbeiten willst, solltest du den Spachtel daher etwa nach 50 Quadratmetern ersetzen.


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