Parkett verlegen lassen – Wie hoch sind die Kosten?

Die Ausgaben für einen Parkettboden setzen sich aus den Kosten für die handwerkliche Arbeit der Parkettleger sowie den Anschaffungskosten zusammen. Während sich der Preis für das Holz noch relativ einfach zusammenrechnen lassen (z. B. mit unserem praktischen Parkett-Kostenrechner), sind die Ausgaben für den Arbeitsaufwand der Parkettleger von vielen kleinen Faktoren abhängig.

Zwar existiert die grobe Faustregel – 40 % für Handwerker, 40 % für Material und 20 % für Zusätze wie Sockelleisten und Übergangsschienen, jedoch können diese Werte aufgrund von Faktoren wie der Verlegeart und einer evtl. notwendigen Vorbereitung des Unterbodens stark variieren. Die gesamten Kosten für das Verlegen lassen von Parkett können daher bereits bei etwa 45 € pro m2 für simple Anforderungen starten und sich bis hin zu 200+ € pro m2 bewegen.

Doch welchen Einfluss haben die einzelnen Faktoren auf den Preis pro Quadratmeter und wodurch lässt sich beim Parkett verlegen lassen Geld sparen? Genau diese Fragen werden in diesem Beitrag näher beleuchtet.

Die größten Preisfaktoren bei der Parkettverlegung

In erster Linie hat Ihre Wohnregion den größten Einfluss auf die Kosten. Hier sind vor allem die wirtschaftliche Lage und das Lohnniveau vor Ort zu berücksichtigen. Bei einer vergleichbaren Leistung in München bzw. in Friesland kann es also durchaus zu gravierenden Kostenunterschieden kommen. In diesem Beitrag beziehe ich mich allerdings immer auf faire Durchschnittswerte der Regionen.

Die Rechnung eines Fachbetriebs beinhaltet viele einzelne Leistungen. Während Punkte wie die Anfahrtskosten, Endreinigung und die Bereitstellung der Maschinen oft identisch ausfallen, unterscheiden vor allem eine schwimmende bzw. klebende Verlegung des Parketts sowie die Wahl des Parkettmusters über die Höhe Ihrer Rechnung. Sie sollten sich für Ihr Projekt daher IMMER unverbindlich mehrere Angebote einholen und diese dann genau miteinander vergleichen.

Tipp: Falls Sie einen alten Parkettboden durch einen neuen ersetzen wollen, sollten Sie mit einem Fachbetrieb über die Möglichkeit einer Sanierung Ihres derzeitigen Parketts sprechen. Falls sich dieser noch in einem guten Zustand befindet, kann dieser mit einem Wechsel des Farbakzents ein zweites Leben geschenkt bekommen und auch Sie können auf diese Weise etwas Geld sparen.

Parkett Verlegen – Die Kosten im Detail

  • Oberflächenbehandlung: Seien Sie sich beim Kauf von Parkett darüber bewusst, ob dieses schon werkseitig vollständig vorbehandelt wurde und somit geschützt ist oder nicht. Wenn dies nicht der Fall ist, muss für das Parkett nach dem Verlegen nämlich noch einer Versiegelung bzw. Erstpflege vorgenommen werden. Je nach gewählter Behandlungsart entstehen dadurch Mehrkosten von etwa 5 – 20 € pro Quadratmeter.

  • Schwimmende Verlegung: Bei dieser Methode hat das Parkett keinen direkten Kontakt zum Unterboden und wird sozusagen „lose“ verlegt. Da hier weniger Aufwand entsteht, kostet das schwimmende Verlegen von Parkett mit einer Nut-Feder-Verbindung ca. 22 € pro m2 und Parkett mit Klick-System etwa 20 € pro m2. Allerdings sind bei dieser Methode die Trittschalldämmung und auch eine Feuchtigkeitssperre unerlässlich.

  • Verkleben des Parketts: Dies ist die traditionelle und äußerst stabile Variante des Parkettlegens. Für eine Fußbodenheizung ist nur diese Methode geeignet. Wegen des höheren Aufwandes und dem Gebrauch von speziellem Parkettkleber liegt der Preis bei etwa 25 – 30+ € pro m2. Handelt es sich jedoch um hochwertige breite bzw. lange Dielen, so steigt der Betrag auf minimum 30 – 45+ € für jeden Quadratmeter.

  • Trittschalldämmung: Die Installation einer Trittschalldämmung unter dem Parkett kostet ungefähr 3 €/m2.

  • Feuchtigkeitssperre: Hierbei beläuft sich der Preis auf etwa 1 – 2 € pro Quadratmeter.

  • Sockelleisten: Für Material und Montage werden ca. 6 – 10 € je Meter veranschlagt.

  • Wahl des Parkettmusters: Komplexe Parkettmuster lassen einen Raum sehr elegant wirken, verursachen aber einen nicht unerheblichen Mehraufwand. Je nach Raumgröße sollten Sie daher von 1 – 5 zusätzlichen Arbeitsstunden ausgehen, die Ihnen zusätzlich in Rechnung gestellt werden. In folgendem diesem Beitrag habe ich noch mal alle beliebten Muster mit all ihren Vor- und Nachteilen für Sie kompakt zusammengefasst:

Wichtig: Lassen Sie sich zuvor immer einen ausführlichen Kostenvoranschlag schriftlich (!) aushändigen und vom jeweiligen Betrieb gegenzeichnen lassen. Damit haben Sie eine Gesamtübersicht über alle Leistungen und eine Absicherung in der Hand, falls von Ihnen im Nachhinein zu unrecht ein höherer Betrag in Rechnung gestellt wird.

Welche Kosten können häufig zusätzlich beim Parkettlegen entstehen?

  • Untergrund-Vorbereitung: Im Vorfeld fallen je nach Situation auch Leistungen wie das Ausgleichen von Unebenheiten oder das Schleifen des Estrichs an. Diese Zusatzleistungen kosten normalerweise zwischen 6 bis 10 € pro m2 und sind natürlich immer von dem Zustand des Raumes abhängig. Da der Fachbetrieb für seine Arbeit eine gesetzliche Gewährleistung übernimmt, muss zuvor gecheckt werden, ob der Untergrund sich für den neuen Bodenbelag eignet.

  • Fußbodenheizung: Wenn eine Fußbodenheizung vorhanden ist, gibt es einige Besonderheiten zu beachten, u. a.muss das Parkett verklebt werden. Außerdem sind nicht alle Holzarten und Baumaterialien für eine Fußbodenheizung geeignet, sodass dementsprechend eine aufwendigere Beratung nötig ist.

  • Detailarbeiten: Damit ein neuer Parkettboden nicht deplatziert wirkt, wird mithilfe von Übergangsschienen und Sockelleisten ein stimmiges Gesamtbild erzeugt. Auch das Kürzen von Türblättern und die Anpassung an Treppenschwellen gehört zu den Detailarbeiten.

  • Entfernen + Entsorgen des alten Bodenbelags: Bei Umbauarbeiten muss in vielen Fällen zuvor der alte Bodenbelag entfernt und dementsprechend auch entsorgt werden. Da es sich hierbei um einen nicht unerheblichen Mehraufwand handelt, ist das ein nicht zu vernachlässigender Kostenfaktor.

Parkettboden in kompaktem Wohnzimmer

Fertigparkett verlegen – großes Sparpotential?

Der große Vorteil von Fertigparkett ist, dass die Dielen werkseitig vorbehandelt und versiegelt werden. Dadurch ist Fertigparkett zwar teurer in der Anschaffung, allerdings sparen Sie dafür bei der Verlegung durch einen Fachbetrieb eine Menge Geld. Hier entfallen nämlich wesentliche Leistungen wie etwa das Abschleifen und Versiegeln des Holzes. Fertigparkett kann daher quasi direkt nach dem Verlegen benutzt und belastet werden.

Konkret ergibt sich daraus eine Kostenersparnis für die Handwerksausgaben in Höhe von etwa 30 – 50 % im Vergleich zu der herkömmlichen Variante. Natürlich sind aber auch bei der Verlegung von Fertigparkett einige Vorbereitungsarbeiten sowie ggf. das Anbringen einer Trittschalldämmung und eines Feuchtigkeitsschutzes nötig. Außerdem muss die Arbeit vorsichtig erfolgen, um die versiegelte Oberfläche beim Einsetzen der Dielen nicht zu beschädigen.

Beispielrechnung einer Verlegung von Parkett

Die anfallenden Gesamtkosten für alle Handwerkstätigkeiten in einem Raum mit 15 m2 können beispielsweise wie folgt aussehen (ohne Ausgaben für das Parkett!):

Schwimmende Verlegung (Klick-Parkett)Feste Verklebung (Massivholz-Parkett)
Anfahrtskosten40 €50 €
Feuchtigkeitsschutz15 €
Trittschalldämmung45 €
Sockelleisten95 €120 €
Vorbereitungsarbeiten100 €150 €
Parkett Verlegen300 €650 €
Schleifen und Versiegeln250 €
Endreinigung80 €100 €
Gesamtkosten675 €1320 €

Übrigens: Um das Parkett richtig vorzubereiten, sollte es für einige Zeit im selben Raum gelagert werdenWas Sie darüber genau wissen müssen, können Sie in folgendem Beitrag bei uns nachlesen:


Parkett selbst verlegen oder verlegen lassen?

Indem man Parkett selbst verlegt, fällt natürlich ein sehr großer Kostenfaktor weg. Allerdings sollten Sie für dieses Vorhaben im Idealfall etwas Erfahrung mitbringen. Einen Parkettboden in Eigenregie zu legen lohnt sich nämlich nur, wenn durch die Eigenleistung anschließend möglichst keine Nachbesserungen notwendig sind und sich die Arbeitsstunden in einem vertretbaren Rahmen bewegen.

Falls die Arbeiten zu viel Zeit in Anspruch nehmen oder im Nachhinein viel Geld in Ausbesserungsarbeiten fliest, wurde hier am falschen Ende gespart. Sie sollten sich Ihrer Fähigkeiten also bewusst sein, denn es ist absolut keine Schande, Fachleute für dieses Projekt zu engagieren. Besonders in Verbindung mit einer Fußbodenheizung sollten Sie bei mangelnder Erfahrung definitiv lieber einen Profi ans Werk lassen.


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