Parkett knarrt, was sind die Gründe?

Nur wenige Dinge können uns so stark auf die Nerven gehen wie plötzlich knarrendes und knisterndes Parkett. Doch was verursacht eigentlich die unangenehmen Geräusche auf dem Parkett und was kann man dagegen tun? Grundsätzlich entsteht das Knarren durch Reibung zwischen mindestens zwei Elementen.

Um das Rätsel rund um das quietschende Parkett zu lösen, müssen wir uns zunächst auf die Suche nach dem Ursprung begeben. Dabei ist die Verlegeart Ihres Parkettbodens ein erster Anhaltspunkt. Jedoch spielen dabei auch die Dehnungsfugen, der Untergrund und mögliche Temperaturschwankungen eine große Rolle.

Die unerwünschten Geräusche auf Parkett können entweder infolge handwerklicher Fehler bei der Verlegung durch Materialabnutzung oder aufgrund von Problemen mit dem Unterboden entstehen. Ich gehe daher zuerst auf das Parkett an sich ein, bevor wir auch den Unterboden bzw. Estrich in unsere Überlegung miteinbeziehen.

Hinweis für neu verlegte Parkettböden: Handelt es sich um frischverlegtes Parkett, so sollten Sie Ihrem neuen Bodenbelag etwas Zeit geben. Holz benötigt tatsächlich etwas Zeit, um sich an den Untergrund anzupassen und zu einer passenden Form zu finden. Tritt jedoch auch nach mehreren Wochen keine Besserung ein, sollten Sie handeln.

Knarrendes Parkett – Verschiedene Verlegearten und die Dehnungsfuge

Je nachdem, wie Ihr Parkett verlegt worden ist, können verschiedene Faktoren der Ursprung des Problems sein. Allem voran sollten Sie auch die Dehnungsfuge an der Wand gründlich untersuchen.

Zu schmale Dehnungsfugen verursachen knarrendes Parkett

Ein gewaltiges Problem stellen zu schmale oder verstopfte Dehnfugen dar. Bei Holz handelt es sich um einen Rohstoff, der sich aufgrund von Faktoren wie der Temperatur oder der Luftfeuchtigkeit minimal zusammenzieht und wieder ausdehnt. Dehnungsfugen geben Parkett für diesen Prozess also etwas Raum.

Hat das Parkett keinen ausreichenden Bewegungsspielraum, entsteht auf der Oberfläche eine enorme Spannung. Da kein Raum zum Ausdehnen da ist, beginnen die einzelnen Parkettdielen gegeneinander zu pressen. Die daraus resultierende Reibung nehmen wir dann als knarrenden Parkettboden wahr.

Dieses Problem kündigt sich üblicherweise zuerst an Randbereichen an. Hier sollten Sie daher die Sockelleisten abmontieren und die Dehnungsfugen überprüfen. Haben die Dehnfugen genügend Spielraum? Hat sich dort eventuell Bauschutt oder Schmutz abgelagert?

Oftmals lässt sich bei Parkett mit zu schmaler Dehnungsfuge beobachten, dass das Knarren und Quietschen in den Wintermonaten verschwindet. Auf diesen Punkt gehe ich in dem vorletzten Absatz „Parkett knarrt im Sommer, jedoch nicht im Winter?“ detailliert ein.

Knarren bei schwimmend verlegtem Parkett

Hier können die Verbindungen der Parkettstäbe schuld an knirschenden oder knarzenden Tönen sein. Bei Klickverbindungen können sich Partikel (z. B. Sand) während der Verlegung zwischen die Verbindungen abgesetzt haben.

Wurde mit Kleber gearbeitet, sind häufig unsauber verklebte Nut-Kamm Verbindungen die Ursache für die Geräuschen, da zwischen den Hölzern mehr Reibung durch den erhöhten Bewegungsspielraum entsteht. Es ist jedoch wesentlich wahrscheinlicher, dass der Untergrund die Quelle des Problems ist.

Knarzen von verklebten Parkett

Bei vollflächig verklebten Parkett knarrt das Holz, wenn der Leim bzw. Parkettkleber spröde geworden oder nicht sorgfältig und gleichmäßig aufgetragen worden ist. Jedoch kann auch eine schiefe Unterbodenkonstruktion verantwortlich sein.

Da hier viele Faktoren zu dem Problem führen können, ist fachmännische Expertise sicher nicht falsch. Auf diese Weise lässt sich bestimmt auch die wirtschaftlich sinnvollste Lösung finden. Leider lässt sich verklebtes Parkett nicht unbeschadet lösen und kann daher nicht einfach so neu verlegt werden.

Als temporäre Lösung kann das Unterfüllen der Hohlstelle dienen. Dabei wird die Diele aufgebohrt und z. B. ein geeigneten Harz injiziert, um die Hohlstelle aufzufüllen. Das hat allerdings zwei Nachteile. Zum einen ist die aufgebohrte Stelle nur schwer zu kaschieren, zum anderen ist das Ergebnis erst im Nachhinein ersichtlich.

Knarren bei vernagelten Parkettböden

kleine Küche mit hellem Parkettboden Wohnung

Allen voran in Altbauten findet man ältere Holzböden, die mit dem Unterboden vernagelt bzw. verschraubt sind. Dieses Parkett ist prädestiniert für besonders laut knarrende und quietschende Parkettdielen.

Schuld an diesem Zustand sind fast immer die Nägel. Im Laufe der Jahre lösen sie sich und verschaffen sich einen gewissen Spielraum. Treten Sie auf genau diese Stellen, so entsteht Reibung zwischen Holz und Nagel, die wir als Knarren des Holzes wahrnehmen.

Als erste Maßnahme zur Abhilfe können Sie an den entsprechenden Stellen die Nägel austauschen oder gleich durch Schrauben ersetzten (weniger Spiel!). Falls das nichts bringt, bleibt als letzter Ausweg nur eine Erneuerung bzw. Sanierung des Unterbodens.


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Unterboden oder Estrich für knarrendes Parkett verantwortlich?

In vielen Fällen ist tatsächlich die Unterbodenkonstruktion bzw. der Estrich für einen plötzlich knarrenden Parkettboden verantwortlich. Probleme mit dem Unterboden bedeuten leider, dass eine Besserung lediglich mithilfe aufwendiger Ausbesserungsarbeiten eintritt. Meistens liegt das an einem der folgenden 3 Gründe:

  • Zu feuchter Estrich: Damit Parkett problemlos verlegt werden kann, sollte die Restfeuchte im Zementestrich nicht über 2 % und bei einem Anhydritestrich nicht über einem Wert von 0,5 % liegen. Falls dieser Punkt ignoriert wird, zieht diese das Parkett diese Feuchtigkeit und verändert seine Beschaffenheit.

    Es dehnt sich aus und quellt in besonders schlimmen Fällen sogar auf. Das dadurch entstehende Knarren ist jedoch die geringste Sorge, denn tatsächlich ist dieses Parkett reif für den Schrott.

  • Schiefer Unterboden: Befindet sich der Estrich oder der Unterboden in einer Schieflache, so versucht das Parkett, sich dieser Situation anzupassen. Holz ist zwar relativ flexibel, jedoch entsteht dadurch eine enorm hohe Belastung, die bei der Planung nicht berücksichtigt wurde. Folge dieser Belastung sind unter anderem knarzende oder knisternde Geräusche des Parkettbodens.

  • Zu weiche Trittschall-Unterlage: Zum Dämpfen der Geräusche legen viele sogenannte Trittschalldämmung unter das Parkett. Das ist zwar eine gute Sache, allerdings nur dann, wenn Dämmung und Bodenbelag auch aufeinander abgestimmt sind. Ist die Matte zur Geräuschdämmung zu weich, so gibt der Boden minimal nach und erzeugt Reibung, indem z. B. die Fuge leicht an die Wand stößt.

Parkett knarrt im Sommer, jedoch nicht im Winter?

Dieses Phänomen tritt bei sehr vielen Leuten auf, die Probleme mit einem knarzenden Parkettboden haben. Jedoch handelt es sich dabei nicht um eine Art „Wunderheilung“, sondern um einen rein natürlichen Prozess.

Zurückzuführen ist dieser Sachverhalt auf die simple Tatsache, dass es sich bei Parkett um einen natürlichen Baustoff handelt, der Feuchtigkeit aufnimmt und wieder abgibt. Sobald in den Wintermonaten die Heizung läuft, wird die Abgabe der Feuchtigkeit beschleunigt und die Parkettdielen ziehen sich daraufhin zusammen.

Wie wir zuvor schon erfahren haben, entsteht das Knarren und Quetschen im Parkett aufgrund von Reibung. Durch das Zusammenschrumpfen des Holzes entspannt sich die Lage und die knarrenden Geräusche verschwinden größtenteils. Leider kehrt das Problem aber oft zurück, sobald die Wintermonate zu Ende ist.

Dabei handelt es sich also um ein zweischneidiges Schwert. Einerseits empfehlen viele Parkettleger bei einem neuverlegten knarrenden Parkett, die erste Heizperiode abzuwarten. Ist das Grundproblem nicht allzu gravierend, kann es tatsächlich sein, dass sich das Parkett danach richtig anlegt und zu seiner Form findet.

Kommt das Knarzen danach allerdings wieder, muss nachgebessert werden. Ansonsten riskieren Sie nur, dass sich das Problem fortwährend verschlimmert. All das sind Anzeichen für massive Probleme an den Dehnungsfugen oder am Unterboden.

Vorsicht: Auch im Winter mit aufgedrehter Heizung sollte die Luftfeuchtigkeit in Räumen mit Parkettboden zwischen 40 – 60 % liegen. Manche Holzarten sind hier empfindlicher als andere und schwinden beispielsweise sogar um bis zu 5 %!

Sind knarrende Parkettdielen ein Mangel?

Ist der Bodenbelag frisch verlegt, so sind knarrende Parkettdielen natürlich ein besonderes Ärgernis. Es ist zwar gut, den verantwortlichen Parkettleger darüber in Kenntnis zu setzten, dieser wird Ihnen aber mit Sicherheit mitteilen, dass Sie einige Wochen Geduld aufbringen sollen.

Tatsächlich braucht frisch verlegtes Parkett eine gewisse Zeit, um auf dem neuen Untergrund seine Form zu finden. In den meisten Fällen verschwinden die meisten Geräusche tatsächlich nach einigen Wochen.

Sollte keine Besserung eintreten, müssen Sie mit dem Parkettleger oder Bauherren über eine mögliche Nachbesserung sprechen. Leider stellen sich die zuständigen Personen manchmal quer, hier lohnt es sich daher, einen eigenen Sachverständigen zu engagieren, um gewisse Prozesse zu beschleunigen.


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