Wie ölt man Parkett richtig und wie oft sollte man ölen?

Diesmal beschäftigen wir uns mit der Frage, welche Hilfsmittel man benötigt und auf welche Arbeitsschritte man achten sollte, wenn man die Ölung eines Parkettbodens korrekt durchführen will.

Mit der ersten Ölung ist das Thema allerdings nicht erledigt, da es wichtig ist, das geölte Parketts alle 1 – 2 Jahre mit Pflegeöl zu behandeln. Wird der Holzboden nicht oft genug geölt, kommt es zu einer porösen und stumpfen Holzoberfläche, die anfällig für Schäden ist.

Wie oft sollten Sie Parkett ölen?

Die Ölschicht auf einem geöltem Parkett muss regelmäßig erneuert werden, damit sein Aussehen und auch seine Schutzschicht weiterhin intakt bleiben kann.

Unter diesem Aspekt ist es natürlich gut zu wissen, wie groß das Zeitintervall zwischen den einzelnen Ölungen des Parketts sein soll und woran Sie das bei Ihrem eigenen Parkettboden erkennen können.

Warum das regelmäßige Ölen von Parkett so wichtig ist

Im Gegensatz zu einem lackierten Parkettboden hat ein geölter Holzboden lediglich das Parkettöl als Schutzfilm. Eine Ölschicht hat also nicht nur eine optische, sondern auch viele praktische Funktionen.

Neben der gleichmäßigen Anpassung des Holzes an Ihren Wunschfarbton sorgt Parkettöl zudem durch den Einzug in die Poren des Holzes für eine widerstandsfähigere und resistentere Oberfläche.

Das führt dazu, dass Schmutzpartikel und Feuchtigkeit abgewiesen werden und nicht in das Holz eindringen können, was Verfärbungen und unter anderem die Entstehung von Wasser- oder Fettflecken auf dem geölten Parkett verhindert.

So oft muss ein Parkettboden geölt werden

Einen 100 % zutreffenden Zeitplan, wie häufig Ihr Parkettboden geölt werden soll, gibt es nicht. Trotzdem gibt es Richtwerte, an denen Sie sich orientieren, die stark von der Beanspruchung des Fußbodens und von der jeweiligen Holzart abhängen.

Wie Sie sich bestimmt vorstellen können, steht der Boden in einem sehr lebendigen Haushalt einer Familie samt Haustieren unter einer wesentlich höheren Belastung als ein Holzboden in einem von 1 – 2 Personen bewohnten Zuhause.

Woran erkennen Sie also, wann das Nachölen sinnvoll ist? Hierbei sollten Sie sich am besten an den Bereichen Ihrer Wohnung oder Hauses orientieren, die stark strapaziert werden.

Natürlich ist das Verhalten eines jeden Haushalts etwas anders, jedoch ist die Belastung meiner Erfahrung nach besonders im Eingangsbereich, rund um den Esstisch, vor der Couch/Wohnzimmer und auf der typischen Laufspur in der Küche sehr stark.

An diesen Stellen werden Sie beim genauen Hinschauen bemerken, dass das Parkett hier etwas von seiner ursprünglichen Farbe eingebüßt hat und auch etwas matter oder stumpfer erscheint. Gut erkennbar ist dieser optische Unterschied, wenn man das Parkett feucht wischt.

Dieser Unterschied lässt sich auch erfühlen, indem Sie mit der Hand über diesen Bereich fahren und ihn mit einem weniger stark beanspruchten Teil Ihres Parkettbodens vergleichen. Fühlt sich der Holzboden hier vergleichsweise rau und porös an, ist es vermutlich an der Zeit, den Boden erneut zu ölen.

Wann genau dies aber genau der Fall ist, ist wie gesagt in jedem Haushalt anders, grundsätzlich empfehle ich aber, die schützende Ölschicht auf dem Parkettboden etwa einmal im Jahr mithilfe eines Pflegeöls* aufzufrischen.

Je nach Belastung kann das Nachölen auch zweimal pro Jahr oder aber erst alle 2 Jahre notwendig sein. Im Laufe der Zeit sollten Sie für Ihren Holzboden ein Gespür für die richtigen Zeitabstände gewinnen!

Das Nachölen ist allerdings schnell erledigt, da man hier lediglich Pflegeöl aufträgt. Wie Sie dabei vorgehen können, erfahren Sie in folgendem Beitrag bei uns:

Tipp: Nicht nur das Ölen an sich, sondern auch die routinemäßige Pflege und Unterhaltsreinigung des Bodens spielt bei dem Aussehen des Parketts eine wesentliche Rolle.

Eine gute Pflege mit Holzbodenseife und Öl-Refresher, trägt bedeutend dazu bei, dass das Nachölen weniger oft notwendig ist. Einen ausführlichen Artikel zu dem Thema „Pflege von geöltem Parkett“ finden Sie hier.


So ölt man Parkett richtig

Eine genaue Schritt-für-Schritt Anleitung für das Ölen des Parketts ist wichtig, allerdings sollte man sich zusätzlich noch mit anderen Themen auseinandersetzen.

Dazu gehört vor allem die richtige Vorbereitung des Parkettbodens auf das Ölen und die wichtige Frage danach, welches Parkettöl die beste Wahl für Ihr individuelles Anforderungsprofil ist.

Welches Parkettöl sollte man zum Ölen verwenden?

Für das Ölen des Parketts hat man grundsätzlich die Wahl zwischen sogenannten Hartwachsölen* und Hartölen*. Dabei handelt es sich jeweils um halb trocknende und trocknende Öle.

Hartöl wird gerne eingesetzt, da es die Holzporen des Parketts nicht verschließt und der Holzboden auf diese Weise mehr von seinen natürlichen Eigenschaften beibehält. Da Hartöl allerdings nur wie eine Art Imprägnierung für das Parkett ist, darf man den Boden nur einer geringen Feuchtigkeitsbelastung aussetzen.

Bei dem Einsatz von Hartwachsöl verbleibt eine dünne Wachsschicht auf der Oberfläche des Holzes. Dadurch werden die Holzporen zum Teil verschlossen, was das Parkett pflegeleichter und auch weniger anfällig gegenüber Feuchtigkeit macht.

Allerdings findet aufgrund der verschlossenen Poren auch weniger Luftaustausch statt, wodurch das Parkett leider weniger positiven Einfluss auf das Raumklima nehmen kann.

Außerdem sollte man auch auf den Farbton des Parkettöls achten. Viele Öle sind zwar farblos und eignen sich prinzipiell für alle Holzarten, allerdings gibt es auch Produkte, die Farbpigmente beinhalten. Es ist nämlich auch möglich, einen Holzboden gemäß den eignen Wünschen farblich zu verändern.

Im folgenden Beitrag lesen Sie, worauf man bei der Färbung eines Parkettbodens achten sollte:

Welche Werkzeuge und Hilfsmittel braucht man für das Ölen von Parkett?

Das Anwenden des Parkettöls funktioniert sowohl händisch per Padhalter* mit dem dafür geeigneten Pad* und einem Gummiabzieher zur Verteilung des Parkettöls, als auch per Einscheibenmaschine (mit weißem Polier-Pad), was das Auftragen auf größeren Flächen erleichtert.

Einscheibenmaschinen sind auch als Poliermaschinen bekannt und können gegen Gebühr beim Fachhändler oder auch im Baumarkt ausgeliehen werden.

Parkett in Grauton Wohnzimmer

Beide Methoden führen letztendlich zum erwünschten Ziel, die Verwendung einer Poliermaschine ist aber natürlich auf größeren Flächen wesentlich entspannter und schneller.

Sie können sich die manuelle Arbeit mit einem Pad aber auch erleichtern, indem Sie eine einen Padhalter mit einem Aufsatz für eine Teleskopstange erwerben. So schont man seinen Rücken und seine Knie.

Für die Auftragen des Öls an Ecken und an Kanten brauchen Sie nämlich sowieso ein wenig Handarbeit. Da die Maschine hier nicht helfen, muss man z. B. auf Pinsel oder einen Flächenstreicher zurückgreifen.

Ölen von Parkett: Eine Schritt-für-Schritt Anleitung

Bevor es mit dem Ölen losgeht, muss man das Parkett richtig vorbereiten. Hier ist es wichtig zu unterscheiden, ob sich der Parkettbelag in einem guten Zustand befindet oder aber Schäden in Form von Dellen und Kratzern aufweist.

Während man bei einem einwandfreien Parkettboden direkt mit dem Ölen loslegen kann, muss man beschädigtes Parkett zunächst abschleifen. Die Maschinen kann man sich gegen Gebühr in einem Maschinenverleih bzw. im Baumarkt ausleihen oder man überlässt das Abschleifen einem Fachbetrieb.

1. Bevor man Parkett ölt, sollte der Boden gereinigt werden. Es dürfen sich beim Auftragen des Öls möglichst keine Fussel oder Schmutzpartikel auf der Oberfläche befinden, da Öl Staub bindet. Dazu saugt man den Boden (z. B. mit einer Parkettbürste) ab und reinigt ihn mit einem speziellen Intensivreiniger.

Der Intensivreiniger entfernt tief sitzende Verunreinigungen sowie sämtliche Rückstände der alten Ölbeschichtung und bereitet das Holz auf diese Weise optimal auf die Behandlung mit dem Parkettöl vor. Nach dem Wischen muss das Parkett einige Stunden lang vollständig trocknen.

2. Die optimalen Rahmenbedingungen für das Ölen von Parkett sind 18-25 ℃ Raumtemperatur sowie möglichst keine direkte Sonneneinstrahlung. Eine gute Durchlüftung sorgt für eine gleichmäßige Trocknung und minimiert die Geruchsbelästigung.

Es ist zudem sehr wichtig, das Parkettöl vor dem Auftragen gründlich zu schütteln. Das Öl kann man entweder direkt auf den Holzboden geben und mit einem Gummiabzieher oder aber mithilfe eines Zerstäubers oder einer Sprühflasche (für eine bessere Dosierung) verteilen.

3. Das Auftragen des Parkettöls kann sowohl maschinell als auch händisch erfolgen. Wie im letzten Unterpunkt angesprochen, erfolgt das entweder mit der Einscheibenmaschine oder händisch mit einem Padhalter. Für das präzise Auftragen in Ecken und Kanten eignet sich ein sauberer Pinsel.

Man sollte ungefähr von 50 – 100 ml Parkettöl pro Quadratmeter ausgehen. Orientieren Sie sich dabei unbedingt an den Angaben des Herstellers!

Das Ölen eines Holzbodens gestaltet sich wesentlich einfacher, wenn man strukturiert vorgeht. Da Parkettöl schnell einzieht, ist es vor allem in größeren Räumen gut, wenn man den Holzboden gerade anfangs Stück für Stück bearbeitet und an der Stelle beginnt, die am weitesten von der Tür entfernt ist.

Auf diese Weise kann man das Ergebnis gut einschätzen und beurteilen, ob ausreichen Parkettöl verwendet wurde. Wenn man den Boden von Hand ölt, empfehle ich, immer erst eine Diele bzw. einen Parkettstab nach dem nächsten abzuarbeiten.

4. Nachdem Sie das Öl auf dem Parkett verteilt haben, muss es einwirken. Halten Sie sich dabei unbedingt an die jeweiligen Zeitangaben des Herstellers! Während einige Parkettöle lediglich 15 Minuten brauchen, müssen andere sogar einige Stunden lang trocknen.

5. Anschließend müssen Sie den Parkettboden gut inspizieren und darauf achten, ob noch übermäßig feuchte Stellen sichtbar sind. Es ist überaus wichtig, das überschüssige Öl gründlich mithilfe von sauberen Baumwolle- bzw. Ölsaugtüchern abzunehmen.

Verbleibt das Öl auf der Oberfläche, entstehen auf dem Boden mit großer Warscheinlichkeit klebrige Stellen. Wie schwierig sich dieses Problem beheben lässt, können Sie in folgendem Beitrag genauer nachlesen:

6. Der frisch geölte Parkettboden muss nun gut trocknen. Wie lange das dauert, variiert wieder von Hersteller zu Hersteller. Man sollte den Boden allerdings zumindest zwei Tage lang nicht direkt betreten und erst nach etwa einer Woche feucht reinigen.


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