Parkett Nachölen – so funktioniert das!

Es ist sehr wichtig, dass Sie einen geölten Parkettboden etwa einmal im Jahr mit einem Pflegeöl Nachölen und dem Bodenbelag so wieder zu neuem Glanz verhelfen. Zwar können Parkettböden sogar mehrere Generationen überdauert, sie benötigen aber natürlich dementsprechend regelmäßige Pflege.

Damit ist Holz wohl der einzige Bodenbelag, der jedes Mal wieder zu seinem ursprünglichen guten Aussehen verholfen werden kann.

Das Nachölen erfordert den Einsatz eines hochwertigen Pflegeöls und kann sowohl von Hand ohne Einsatz einer Machine als auch mithilfe einer Einscheibemaschine erfolgen.

In den folgenden Zeilen erfahren Sie, was genau Sie für ein optimales Nachölen des Parketts alles benötigen.

Was benötigt man für das Nachölen von geöltem Parkett?

  • Intensivreiniger* für Parkettböden
  • Parkett-Pflegeöl*
  • Sprüh- oder Dosierflasche für eine bessere Verteilung des Pflegeöls
  • Flächenroller*
  • Baumwolltuch

  • das Parkettöl kann sowohl händisch als auch per Einscheibemaschine aufgetragen werden:
  • für das Nachölen des Parketts von Hand benötigen Sie ein Padhalter* und ein geeignetes Pad*
  • eine Einscheibemaschine lohnt sich ab einer Fläche von 30 m² und kann bei einem Fachhändler für ca. 30€ am Tag gemietet werden

Dürfen Möbel während des Nachölens von Parkett stehen bleiben?

Grundsätzlich ist es besser, wenn für das Nachölen sämtliche Möbel und Einrichtungsgegenstände beiseite geschafft werden, um den Holzboden gut bearbeiten zu können. Allerdings kann ich nachvollziehen, dass man dazu z. B. bei schweren Schränken nicht immer bereit ist.

Daher gibt es prinzipiell auch die Möglichkeit, präzise um einige Möbelstücke herum zu arbeiten. Diese Methode ist jedoch mit einigen Nachteilen verbunden, über deren Konsequenzen Sie zunächst nachdenken sollten.

Zum einen müssen Sie wissen, dass der Holzboden unter diesen Flächen einen anderen Farbton haben wird. Möbel sollte man daher nur stehen lassen, wenn man in nächster Zeit nichts an der Einrichtung des Raums ändern will, da ansonsten Farbunterschiede sichtbar werden.

Zum anderen ist das Ganze arbeitsintensiver bzw. teurer. Schließlich sind Möbelstücke wie kleine Hindernisse, um die man aufwendig manövrieren muss. Ob einem der Umgang mit diesen Nachteilen oder aber das Heraustragen der Möbel leichter fällt, muss am Ende jeder für sich entscheiden.

Den Parkettboden auf das Ölen vorbereiten

Vor der Anwendung von Parkettöl ist es besonders wichtig, dass der Boden gründlich gereinigt wird. Um dabei möglichst effizient vorzugehen, empfehle ich die Verwendung eines Parkett-Intensivreinigers*.

Ein solcher Grundreiniger beseitigt selbst tief sitzende Verschmutzungen auf der geölten Parkettoberfläche und bereitet so den Boden perfekt auf die Aufnahme des Öles vor.

Bitte verwenden Sie für die Reinigung vor dem Nachölen KEINE Holzbodenseife für das Parkett, die normalerweise für die routinemäßige Reinigung von Parkett empfohlen wird.

Holzbodenseife ist in diesem Fall leider ungeeignet, da sie nach dem Reinigen einen dünnen Schutzfilm hinterlässt. Dieser hindert das Parkettöl daran, in das Parkett einzudringen.

Zum Reinigen des Parkettbodens vermischt man den Intensivreiniger im Verhältnis von 1:20 mit Wasser. Bei besonders starker Verschmutzung kann die Dosierung natürlich dementsprechend höher sein.

Danach sollten Sie mit einem nur nebelfeuchten Baumwolltuch leicht Nachwischen. Im Anschluss muss die Fläche etwa 8 Stunden lang trocknen, erst dann kann mit dem Nachölen begonnen werden!


Exkurs: Wie sich Fettflecken auf geöltem Parkettoberflächen schnell wieder beseitigen lassen, beleuchtet der folgende Beitrag:


So sollten Sie beim Nachölen eines Parkettbodens vorgehen

  1. Zum Nachölen des geölten Parketts bereiten Sie bitte Ihr Pad* oder die Einscheibemaschine vor. Sollten Sie mit einer Maschine arbeiten, so ist es trotzdem notwendig, die Ecken des Parketts manuell mit einem Pad zu bearbeiten.

    Vor der Anwendung sollte das Pflegeöl gut geschüttelt werden, damit sich der Inhalt gut vermischen kann. Grundsätzlich geht man hier von ca. 25 ml Parkettöl pro Quadratmeter Parkett aus.

    Um das Parkettöl leichter verteilen zu können, empfehle ich es in eine Sprühflasche oder in eine Dosierflasche zu füllen. Denken Sie aber daran im Zweifel lieber zu dünn als zu dick aufzutragen.

  2. Das Parkettöl wird nun direkt auf den Boden gegeben. Testen Sie die Verträglichkeit vorab bitte unbedingt auf einer kleineren „Testfläche“, um das Endergebnis genau einschätzen zu können.

    Normalerweise beginnt man an den Ecken und Kanten. Dazu gibt man eine entsprechende Menge Pflegeöl auf ein weißes Pad und behandelt damit die schwer erreichbaren Bereiche. Die restliche Fläche wird dann entweder mit einem Flächenroller oder der Einscheibemaschine mit weißem Pad nachgeölt.

    Arbeiten Sie solange, bis sich ein einheitliches Gesamtbild ergibt und der Parkettboden sichtlich gesättigt ist. Tragen Sie das Parkettöl am besten in Längsrichtung bzw. in Richtung der Maserung auf. Größere Räume können Sie nach und nach bearbeiten , den es steht eine wichtiger Zwischenschritt an.

  3. Sobald Sie einen Bereich geschafft haben, sollte das überschüssige Öl schnell abgewischt werden, bevor es sich verhärtet. Verwenden Sie dafür bitte kein Mikrofasertuch! Entfernen Sie das Pflegeöl entweder mit einem Baumwolltuch oder einem Ölsaugtuch oder polieren Sie es mit einem weißen Pad ab.

    Auf der Parkettoberfläche darf nach der Behandlung nämlich keinesfalls übermäßig viel Pflegeöl stehen bleiben. Wenn das Holz zu sehr glänzt, befindet sich wahrscheinlich noch zu viel Öl auf der Oberfläche!

    Durch das Abwischen verhindern Sie ganz einfach, dass klebrige Ölrückstände auf dem Boden zurückbleiben. Diese Rückstände im Anschluss loszuwerden ist ansonsten leider ziemlich aufwendig.

  4. Anschließend sollte der nun geölte Parkettboden mindestens 24 Stunden lang Zeit zum Trocknen bekommen. Der Boden sollte währenddessen nach Möglichkeit nicht betreten werden. Was es bezüglicher der Trocknungszeit nach dem Nachölen sonst noch zu beachten gibt, lesen Sie im letzten Absatz!

  5. Optional können Sie nach zwei Wochen den Boden mit einem speziellen Öl-Refresher* reinigen. Dieser sorgt für zusätzlichen Schutz für die neue Ölschicht und kräftigt die Farbe des Holzbodens.

  6. Die dabei benutzten Pads können normalerweise nicht wiederverwendet werden und sollten sicher entsorgt werden.

    Durch das Öl besteht eine theoretische Gefahr der Selbstentzündung, daher sollten Sie die Tücher mit Wasser getränkt und in einem Plastikbeutel verschloßen werden, oder aber im Außenbereich getrocknet werden.

Wie lange muss Parkett nach dem Ölen trocknen?

Allgemein gesagt gelten für das Nachölen von Parkett in etwa dieselben Regeln wie beim normalen Ölen eines Holzbodens oder bei seiner Erstpflege. Es ist äußerst wichtig, dass ein Parkettboden nach dem Ölen ausreichend Zeit zum Trocknen bekommt.

Ab wann darf man einen Parkettboden also wieder betreten? Nachdem das überschüssige Öl von der Oberfläche entfernt ist, beginnt der eigentliche Trocknungsprozess. Nach etwa 24 Stunden dürfen Sie den Boden vorsichtig mit Socken an den Füßen betreten.

Nach diesen 24 Stunden sollte ein neu geölter Parkettboden jedoch keinesfalls stark belastet werden. Das bedeutet: Festes Schuhwerk, Teppiche und Möbel haben nach 24 Stunden noch nichts auf geöltem Parkett verloren! Ist das Betreten mit festen Schuhen unvermeidlich, sollten Sie das Parkett abdecken!

Erst nach einer Zeit von 3-5 Tagen darf der nachgeölte Parkettboden wieder stärker belastet werden. Während dieser Zeitspanne sollte man den Holzboden natürlich nicht wischen und auch sonst keiner Feuchtigkeit aussetzen. Im Idealfall wartet man mit dem Wischen noch zusätzlich 1 – 2 Tage.


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