Ein Aquarium auf Parkett stellen – Das ist zu beachten!

Die Welt der Aquaristik ist ein schönes und leidenschaftliches Hobby, welches zurecht begeistern kann. In erster Linie drehen sich die begeisterten Pläne und Träume um die Bewohner und die Fauna des Aquariums, doch genauso wichtig ist leider auch der Untergrund, auf dem dieses platziert werden soll.

Im Laufe der Ausübung dieses Hobbys werden Aquarien oft immer anspruchsvoller und größer, sodass auch der Boden immer mehr in den Fokus rückt.

Da gleichzeitig auch Parkettböden immer beliebter werden und somit öfter in Wohnungen und Häusern zu finden sind, gibt es hier völlig zurecht einiges zu beachten. Ein Parkettboden ist meiner Meinung nach der schönste Bodenbelag, der allerdings etwas Sorgfalt und Pflege benötigt. Welche Probleme im Alltag aber tatsächlich auftreten können und wie Sie diese am besten angehen, lesen Sie hier.

Die typischen Sorgen für dieses Vorhaben

Bei dem Aufstellen eines Aquariums spielt der Untergrund natürlich auch eine wichtige Rolle. Die wesentlichen Punkte, die dabei verunsichern können, sind meiner Erfahrung nach folgende:

  • Angst vor möglichen Wasserschäden auf dem Parkettboden durch das Aquarium
  • Schäden am Parkett und Unterboden wegen des hohen Gewichts

Unabhängig von diesen beiden Punkten ist eine weitere Maßnahme unbedingt erforderlich, um Ihr Parkett zu schonen: Eine Unterlage unter dem Stellschrank. Damit ihr Holzboden von dem Gewicht und der Reibung der schweren Konstruktion beim Aufstellen und Verschieben nicht verkratzt, muss eine solche Unterlage angebracht werden. Dabei haben sich vor allem ein zugeschnittener dünner Teppich oder eine dünne PE Trittschalldämmung gut bewährt.

Können wegen eines Aquariums Wasserschäden am Parkett entstehen?

Im Vergleich zu anderen Bodenbelägen ist Parkett natürlich wesentlich anfälliger, falls Wasser auf das Parkett gelangt. Dies kann sowohl in größeren Mengen bei einem Glasbruch oder Defekt vorkommen als auch in kleineren Mengen bei der Reinigung und dem Wasserwechsel. Sie merken also bestimmt schon, dass es bei diesen „Wassermassen“ durchaus auf ein vorsichtiges und bedachtes Handeln ankommt.

Eine Taktik, die sich immer bewährt hat, ist das Auslegen von einem alten Bettlaken oder älteren Handtücher vor dem Aquarium, bevor Sie mit größeren Arbeiten (Wasserwechsel, neue Bewohner & Einrichtungsgegenstände) beginnen.

Damit vermeiden Sie von Anfang an eine Vielzahl der möglichen Gefahren, sollte doch mal etwas daneben gehen, ist das Wasser aber schnellstmöglich wegzuwischen. Natürlich zieht es nicht innerhalb von Sekunden in das Holz ein, steht es dort jedoch eine Zeit lang unbemerkt, können selbst kleine Tropfen es zum Aufquellen bringen.

Ein geöltes Parkett ist hierfür natürlich anfälliger als ein lackiertes, da einige Zeit länger durch die Lackschicht geschützt wird. Jedoch ist keine der beiden Varianten ein Bodenbelag, der für längere Zeit Wasser ausgesetzt sein sollte


Exkurs: Eine genaue Anleitung für die Beseitigung von kleineren Wasserschäden auf geöltem Parkett finden Sie in diesem Beitrag auf unserer Seite!


Wovon ich nur dringend abraten kann, ist das Verlegen eines Vinylbodens mit Übergangsleisten direkt auf das Parkett, damit so ein kleines schützendes Podest rund um das Aquarium entsteht. Das sieht vielleicht für den ein oder anderen schick aus, kann aber fatale Folgen haben, sollte doch mal mehr Wasser auslaufen. Durch den Kapillareffekt wird dieses dann nämlich unter die Platte gezogen und führt zu einem Wasserschaden, der nicht bemerkt werden kann.

Wer sich zusätzlich absichern möchte, der kann durchgängig eine transparente Bodenschutzmatte vor dem Aquarium auslegen. Diese ist natürlich kein Wundermittel, verhindert aber den Kontakt des Holzes mit Spritzwasser, wenn Sie gerade nicht an keine Schutztücher ausgebreitet haben, wenn Sie kurz am Aquarium arbeiten müssen.

Wenn doch mal mehr Wasser auf dem Boden landen sollte, vergessen Sie dann bitte nicht, auch die Unterseiten der Bodenschutzmatten auf Feuchtigkeit zu kontrollieren. Bei größeren Wassermengen bahnt sich dieses nämlich immer seinen Weg unter solche Flächen.

Auch sollten Sie sich übrigens auch informieren, ob Ihre Hausratversicherung / Haftpflichtversicherung für Zwischenfälle zahlt, die zu Wasserschäden führen. Im schlimmsten Fall kann es nämlich zu schweren Schäden am Aquarium selbst kommen (Glasbruch, kaputter Außenfilter), weswegen große Mengen Wasser auslaufen.

Wenn Sie nicht abgesichert sind, stehen die Chancen groß, dass Sie auf 100 % der Kosten für die Sanierungsarbeiten sitzen bleiben. Besonders in Mietwohnungen führt das oft zu sehr viel Ärger und Frust.

Kann es durch das Gewicht des Aquariums zu Druckstellen und Strukturproblemen auf dem Parkettboden kommen?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, da dies immer von zwei verschiedenen Faktoren abhängig ist. Zum einen ist das die Größe und das Volumen des Aquariums und zum anderen Ihre jeweilige Beschaffenheit Ihres Parkettbodens.

Um Druckstellen oder ein Eindrücken des Bodens zu verhindern, müssen Sie unbedingt wissen, wie Ihr Fußboden aufgebaut ist. Je größer und schwerer Ihr Aquarium ausfällt, desto wichtiger ist das. Ein solcher Boden besteht meistens aus Estrich, evtl. einer Trittschalldämmung und dem Parkettboden, egal wie stark eine dieser Komponenten auch sein mag, wichtig ist nur die Belastbarkeit des „schwächsten Gliedes“ in dieser Kette.

Die allermeisten Böden sind für eine Belastung von 200 – 300 kg pro Quadratmeter ausgelegt, das kann in Altbauhäusern aufgrund der verwendeten Materialien allerdings variieren. Da die überwiegende Mehrzahl der Becken diesen Wert nicht übersteigen wird, müssen Sie sich keine Sorgen wegen langfristigen Schäden an Ihrem Holzboden machen.

Einen tollen Gewichtsrechner für Ihr Aquarium finden Sie unter folgendem Link:

Das gilt besonders dann, wenn Ihr Parkettboden verklebt verlegt worden ist und nicht schwimmend. Ein schwimmend verlegter Boden ist nämlich nicht so belastbar, da dieser wegen seiner Beschaffenheit bei hohem Gewicht absacken kann.

Bei großen Becken sollten Sie zudem einen richtigen Stellplatz wählen, dieser sollte nach Möglichkeit nicht in einer Ecke des Raums liegen. Besonders bei einer schwimmenden Parkettverlegung ist die Gefahr hier besonders groß, dass die Trittschallisolierung und der Estrich, die an dieser Stelle besonders anfällig sind, durch das Gewicht beschädigt und nach oben gedrückt wird, wodurch Risse entstehen können.

Diese Risse können zu Fugenbildung und Stabilitätsproblemen am Parkettboden selber führen, wodurch die Spannung auch auf das Glasbecken des Aquariums wirkt und die Wahrscheinlichkeit von Glasbrüchen dadurch immens ansteigt.

Eine Sanierung bzw. Ersatz des Estrichs ist zudem eine sehr kosten und arbeitsintensive Angelegenheit!
Um das zu vermeiden, sollten besonders schwere Aquarien nahe an tragenden Wänden aufgestellt werden, diese entlasten den Boden von dem hohen Gewicht und minimieren die Wahrscheinlichkeit von Schäden. Bei Ungewissheiten rate ich in solchen Fällen dringend dazu, einen Statiker zu Beauftragen!

So sollte der Aufbau aussehen!

Damit Ihr Boden keine Schäden davonträgt, ist also (besonders bei schweren Becken!) ein durchdachter Aufbau erforderlich. Zur besseren Verteilung des Gewichts und der Verbesserung der Stabilität sind aber nur einige einfache Punkt zu Beachten. Den Aufbau schildere ich von „unten nach oben“:

Als Unterlage für unsere Konstruktion benötigen wir eine solche Siebdruckplatte* (34 – 40 mm Dicke), welche dafür sorgen wird, dass sich das Gewicht gleichmäßig auf die Bodenfläche verteilen wird. Unter diese Platte muss eine dünne „Schutzschicht“ gelegt werden.

Dafür haben Sie viele Optionen, das kann ein einfaches zugeschnittenes Teppichstück sein, eine PE Trittschalldämmung oder sogar ein passender Filzuntergrund*. All das verhindert die Entstehung von Kratzern und Schrammen an der Parkettoberfläche. Beides muss natürlich auf die jeweilige Größe Ihres Unterschranks zugeschnitten werden. Sobald das geschehen ist, kann darauf Ihr Untergestell platziert werden.

Ein Becken einer gewissen Größe wird meist immer auf einen speziellen Schrank oder ein Gestell platziert. Solche Gestelle sind heutzutage in vielen Farben und Varianten verfügbar, die sich aber in Ihren Materialien unterscheiden. Viele dieser Gestelle bestehen aus Aluminium, was für eine Mehrheit der Aquarien ausreichend ist, für größere Projekte (400 kg +) empfehle ich aber dringend die Anschaffung eines geschweißten Gestells.

Dieses kann von einem Schlosser oder Tischler relativ kostengünstig angefertigt werden und überzeugt mit einer besseren Stabilität und deutlich biegfesteren Ecken!

Auf dem Unterschrank kann anschließend das Aquarium platziert werden, bei einem hohen Gewicht kann das Becken zusätzlich noch auf eine zusätzliche Siebdruckplatte gestellt werden, bevor es auf dem Unterschrank platziert wird.

Hinweis: Die wenigen unter euch, die tatsächlich ein 1000 l + Aquarium planen, benötigen noch eine zusätzliche Absicherung für den Aufbau. Bei dieser Gewichtsklasse empfehle ich als zusätzlichen Schritt auf die Siebdruckplatte einige Yong-Säulen zu platzieren und darauf noch eine Siebdruckplatte zu setzen. Dieser Zwischenschritt sorgt noch mal für zusätzliche Stabilität.

Achtung: Bevor Sie ein großes und schweres Aquarium aufstellen, sprechen Sie das bitte unbedingt mit Ihrem Vermieter ab! Oft weis der nämlich um die Beschaffenheit des Bodens besser Bescheid und kann Sie auf etwaige Gefahren hinweisen. Um sicherzugehen, könnten Sie sich auch eine schriftliche Einverständniserklärung von Ihrem Vermieter einholen. Im Fall der Fälle zählt diese natürlich bedeutend mehr als eine mündliche Zusage.

Welche Vorkehrungen haben Sie getroffen? Teilen Sie Ihre Meinung in der Kommentarsektion mit den anderen!


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