So können Sie den Parkettkäfer bekämpfen

Als Besitzer eines Parkettbodens wissen Sie bestimmt, wie viel man selber tut, um seinen Boden in möglichst guten Zustand zu bewahren. Man scheut sich oft nicht vor gründlichen Reinigungen, vorbeugenden Maßnahmen oder auch zusätzlichen Investitionen.

Umso ärgerlicher ist es natürlich, wenn es etwas (oder besser gesagt jemanden) gibt, der ohne Ihr Wissen und Zutun den Parkettboden angreift: Ich spreche natürlich vom so genannten Parkettkäfer (lat. Lyctus linearis). Mit bloßem Augen kaum erkennbar, können dessen Larven dem Parkett unter der Oberfläche enorm zusetzen. Deswegen ist ein zeitnahes Handeln sehr wichtig!

Machen Sie sich bitte keine Vorwürfe, im Gegensatz zu vielen anderen Käferarten ist ein plötzliches Auftreten NICHT Ihr Verschulden! Wie genau Sie einen Befall der Käfer nachweisen können und welche Optionen es gibt, um Parkettkäfer zu entfernen, erfahren Sie in den folgenden Zeilen.

Diese Holzarten sind besonders betroffen

Leider ist es in 9 von 10 Fällen so, dass der Schädling bereits beim Kauf des Parkettbodens im Holz eingenistet ist. Zurückzuführen ist das auf längere Lagerzeiten bei Händlern vor der Behandlung der Hölzer.

Der Parkettkäfer (bzw. eher gesagt seine Larven) bevorzugen Laubhölzer und befallen KEINE feuchten Holzsorten, Buche und Nadelhölzer. Sie bevorzugen trockene Splinthölzer wie Eichen-, Esche-, Kastanien-, Limba- und Abachi-Holz wegen des hohen Stärke- und Zuckeranteil dieser Hölzer.

Wie Sie sich jetzt bestimmt denken können, sind vorbeugende Maßnahmen unter diesen Umständen natürlich schwierig. Eine 100% Garantie gibt es leider nicht. Jedoch sollten Sie bereits bei dem Erwerb von trockenen Hölzern auf eine Käferfraß-Imprägnierung achten. Natürlich dient auch eine regelmäßige Imprägnierung Ihrer Böden als Vorbeugung, jedoch gibt es wie gesagt leider keine absolute Garantie.

Einen Parkettkäfer-Befall erkennen

Wie bereits erwähnt ist das eigentliche Problem nicht der Parkettkäfer an sich, sondern seine Larven. Seine Eier legen die Weibchen meist in kleinen Holzritzen oder den schmalen Parkettfugen ab. Aus ihnen schlüpfen nach ca. 10 Tagen die Larven des Käfers. Sie fressen sich instinktiv direkt in das Holzinnere in Richtung Unterseite und Fugen und verursachen dabei die kleinen Eingangslöcher.

Nach dem Puppenstadium fliegt der Parkettkäfer davon, um sein noch kurzes Leben der Fortpflanzung zu widmen. Dabei entsteht das typische 1 – 2 mm große Ausgangsloch an der Oberfläche, bei dem ringsum auch Bohrmehl zu finden ist. Dies ist auch leider erst der Zeitpunkt, auf dem viele auf das Problem aufmerksam werden.

Während die ausgewachsenen Käfer nur wenige Wochen leben, dauert das Larvenstadium oft 1-2 Jahre. In dieser Zeit fressen Sie sich querbeet unterirdisch durch den Parkettboden und verschlingen dabei oft täglich die Masse ihres eigenen Körpergewichts. Es ist also selbsterklärend, dass eine große Anzahl von ihnen durch die in dieser Zeit entstandenen Fressgänge einen erheblichen Schaden am Parkett anrichten kann.

Aussehen der Parkettkäferlarven:

  • cremeweiße Farbe
  • etwa 5 – 6 mm lang
  • 3 Paar kurze Beinchen am unteren Ende des Körpers
  • braunes Maul hebt sich farblich deutlich vom Rest des Körpers ab
  • aufgrund der Größe leider schwer bestimmbar

Optische Merkmale eines ausgewachsenen Parkettkäfers:

  • 3 – 5 mm groß
  • bräunliche Farbe
  • Fliegen von April bis August
  • linienartiges Muster auf den Flügeln
  • länglicher schmaler Körperbau
  • kräftige Fühler mit dicken Endungen

Nachweis eines Befalls von Parkett durch Parkettkäfer

Die Larven des Parkettkäfers können leider nicht durch sogenannte Klebefallen angelockt werden. Diese zeigen lediglich durch ihren Lockstoff bei männlichen Parkettkäfern Wirkung. Eine solche Falle* eignet sich also lediglich dafür, Ihnen zu helfen, einen möglichen Befall zu identifizieren. Ein positiver Nebeneffekt ist aber die Dezimierung der Männchen und die damit verbundene Erschwerung der Fortpflanzung der Käfer.

Wie bereits erwähnt ist es leider ziemlich schwierig, die Larven zu identifizieren und zu lokalisieren. Die „einfachste“ Methode ist leider die unangenehmste…auf allen Vieren sollte der Parkettboden nach Spuren von feinstem Bohrmehl und den kleinen (1-2 mm großen) Ausgangs- bzw. Eingangslöchern abgesucht werden.

Das ist natürlich keinesfalls eine einfache Aufgabe, sollten Sie allerdings fündig werden, so markieren Sie unbedingt die Stellen. Besonders bei einem Befall einer kleinen Fläche erleichtert das eine Bekämpfung ungemein, wie Sie im nächsten Abschnitt erfahren werden.


Übrigens: Wie Sie kleinere Schäden auf Ihrem Parkettboden problemlos wieder beheben können, lesen Sie hier:


Wie kann der Parkettkäfer bekämpft werden

Während ein Befall einer sehr kleinen Fläche noch selber in Angriff genommen werden kann, empfehle ich bei einem größeren Befall (ganzes Zimmer, Dachstuhl etc.) UNBEDINGT die Zusammenarbeit mit einem Fachmann!

Wenn Sie also Parkettkäfer zweifelsfrei nachgewiesen haben und sich der Herausforderung auf eigenes Risiko stellen möchten, sind das hier die Methoden, mit denen Sie arbeiten können.

Option 1: Sollten Sie durch eine genaue Untersuchung die kleinen Ausfluglöcher und das feine Bohrmehl der Larven entdeckt haben, so kommt der Einsatz eines speziellen Kontaktinsektizides* infrage. Dieses funktioniert bei einem kleinen Befall sehr gut und wird direkt in die kleinen Löcher gesprüht.

Das Produkt basiert auf einem pflanzlichen Wirkstoff (Pyrethrum-Extrakt), der sofort wirkt und praktischerweise für Menschen und Haustiere unschädlich ist.
Der Wirkstoff baut sich unter Lichteinwirkung schnell ab und mit ein wenig Lüften ist der Geruch schnell verfolgen. Ich empfehle das allen, die keine chemischen Stoffe zuhause aussetzen wollen und sich nicht lange mit unangenehmen Gerüchen herumschlagen wollen. Ein Nachteil ist allerdings, dass es sehr genau eingesetzt werden muss, da ansonsten die Anwendung nicht das gewünschte Ergebnis erzielt.

Option 2: Ein solcher Vernebler* erzielt meist gute und gründliche Erfolge im kleinen Rahmen. Ein Vorteil ist der große Anwendungsbereich, somit werden selbst kleinste Schlitze, Möbel, Schränke usw. behandelt. Er setzt insektizides Gas ab und beseitigt dadurch den Befall.

Achtung: Das Gas ist ​für Menschen und Haustiere schädlich und darf auf keinen Fall eingeatmet werden. Machen Sie sich unbedingt mit der Gebrauchsanleitung vertraut. Räume sollten für die Anwendung gut verschlossen werden und nach sollte länger gelüftet werden. Ein Einsatz erfolgt auf eigene Verantwortung!

Grundsätzlich setzt ein professioneller Schädlingsbekämpfer auf thermische (diese wird eher bei Holzmöbeln und kleinen Flächen angewendet) oder chemische Methoden. Leider sind diese aber für einen Einsatz bei einem großen Befall in den eigenen vier Wänden wenig bis gar nicht geeignet. Die chemische Methode ist natürlich eine zusätzliche Belastung, auf die viele heutzutage verständlicherweise verzichten möchten.

Achtung: Ich empfehle, die Kosten genau durchzurechnen! Es ist meist deutlich billiger, den Parkettboden entfernen zu lassen und komplett neu zu verlegen, als die sehr teure chemische Bekämpfung in Anspruch zu nehmen.


Exkurs: Wie Sie Ihren Parkettboden am Besten reinigen können, erfahren Sie in diesem ausführlichen Artikel auf unserer Seite.


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