Dielenboden im Bad abdichten

Parkettböden in Badezimmern sind hierzulande immer weiter auf dem Vormarsch, sie verstrahlen durch ihre Natürlichkeit eine schöne Wohlfühlatmosphäre und sind beim barfuß laufen gegenüber Fliesen der weitaus angenehmere Bodenbelag. Leider ist ein Parkettboden in seiner unbehandelten Form anfällig für Schäden durch Wasser und Feuchtigkeit, deshalb muss bei dem Verlegen und instand halten auf einige Dinge verstärkt geachtet werden. Glücklicherweise gibt es inzwischen aber sehr ausgereifte Mittel und Baustoffe, mit denen Sie den Holzboden abdichten können, sodass es auch im Bad zu keinerlei Problemen kommt.

Die 3 wesentlichen Themengebiete:

  • Die Oberfläche des Parkettbodens muss abgedichtet werden
  • Schwachstellen an Kanten und Fugen beachten
  • Verbindung des gesamten Parketts mit dem Unterboden

Wenn Sie diese drei Punkte berücksichtigen, ist Ihr Holzboden im Badezimmer bestens auf alle möglichen Belastungen vorbereitet und Sie müssen sich keine Sorgen mehr um größere Wasserschäden machen. Was unter den Punkten konkret zu verstehen ist, wird in den nächsten Absätzen genauestens erläutert.
Falls Sie interessiert daran sind, welche Holz- und Parkettarten sich besonders für den Einsatz im Badezimmer eignen, finden Sie hier einen Beitrag zu diesem Thema auf unserer Seite.

Abdichtung der Parkettoberfläche

Natürlich spielt die richtige Behandlung des Parketts gerade im Badezimmer eine entschiedene Rolle. Ich rate dringend dazu, im Bad nur auf einen geölten Parkettboden zurückzugreifen und keine Versiegelung mit Lack vorzunehmen, da diese einige Nachteile mit sich bringt. Ein wesentlicher Pluspunkt geölter Holzböden ist, dass das Holz weiterhin atmen kann und somit ein Quell- und Schwindverhalten minimiert wird, da die Feuchtigkeit weiterhin entweichen kann. In der Theorie ist ein versiegelter Holzboden natürlich besser geschützt, in der Praxis kommt es bei der Lackschicht des Bodens im Laufe der Zeit aber zu kleinen Rissen, durch diese Wasser eindringen kann. Die Feuchtigkeit kann hier aber nicht einfach wieder austreten und sammelt sich unter der Lackschicht, was fatale Wasserschäden und eine aufgeplatzte Lackschicht zur Folge haben kann. Die Ausbesserung der Schäden ist bei einem lackierten Parkettboden zudem durch das Abschleifen und Neulackieren sehr zeit- und arbeitsintensiv. Auch hier wird wieder einmal ein toller Vorteil von geölten Parkettböden sichtbar, diese können jederzeit gezielt lokal ausgebessert werden.

Tipp: Auch wenn ein wenig Spritzwasser dem Parkett nicht viel anhaben kann, sollten größere Mengen Spritzwasser, das z. B. nach dem Duschen zurückbleibt, trotzdem weggewischt werden, damit dieses den Holzboden nicht zusätzlich belastet und evtl. in Haarrisse eindringen kann.
Die wichtigste Routine bei einem Parkettboden im Bad ist aber eindeutig das Lüften! Nur mit einer ausreichend guten Luftzirkulation kann der Boden schnell trocknen und der Belastung durch die Luftfeuchtigkeit besser entgegengewirkt werden.

Einzelne Fugen und Kanten berücksichtigen

In Räumen mit einer hohen Luftfeuchtigkeit sind Fugen die Schwachstellen eines Parkettbodens. Fugen sollten daher nur mit Materialien abgedichtet werden, die einen fast 100 %-igen Schutz sicherstellen. Ansonsten sammelt sich Feuchtigkeit in den Fugen und es kann zu Schimmelbildung kommen, was natürlich möglichst vermieden werden soll! Besonders an der Schnittstelle zwischen Wand und Parkett muss eine Fuge angebracht werden, üblicherweise wird hier eine Silikonfuge verlegt, mittlerweile gibt es aber eine viel bessere Option: die Neoprenfuge.

Sie sind elastisch und besonders wasserabweisend, sie können zudem auch bei Bedarf zusammen mit dem Boden abgeschliffen werden. Da es Neoprenfugen in vielen Farbvarianten gibt, werden sie sogar immer häufiger auch zwischen den einzelnen Holzdielen angebracht, um so den Boden zusätzlich zu schützen. Diese Fugenart sollte aber immer von einer Fachkraft eingesetzt werden, weil eine gewisse Erfahrung im Umgang mit dem Material benötigt wird.
Natürlich sind Fugen zwischen den Dielen aber keine Pflicht. Bevor Sie diese also mit einem dafür ungeeigneten Material falsch abdichten, empfehle ich, diese offen zu lassen. So kann die Feuchtigkeit noch entweichen und überschüssiges Wasser weggewischt werden. Je nach Möglichkeit sollten Sie im Bad daher aber eher großformatige, breite Dielen verwenden.

Vollständige Verbindung mit dem Unterboden

Im Badezimmer sollte ein Parkettboden immer verklebt werden, so wird die Ansammlung von Wasser unter der Parkettfläche bei eventuellen Schäden vermieden. Das verklebte Verlegen ist vor allem dann wichtig, wenn Sie mit einer Fußbodenheizung planen, da die Wärme ansonsten nicht richtig weitergeleitet wird!
Für die Konstruktion des Unterbodens haben Sie eine Vielzahl an Möglichkeiten, die stark abhängig von der Beschaffenheit und Bauweise Ihres Badezimmers abhängig sind. Beliebt sind zum Beispiel Kombinationen aus Trittschalldämmung und OBM-Platten oder auch die mittlerweile sehr populären Verbundsysteme, welche den Boden abdichten und zugleich entkoppeln. Dabei wird die Abdichtungsbahn* genauso wie eine Folie eben auf den Boden verlegt, während das Dichtband* für einen sicheren Übergang zwischen Parkett und Wand bzw. auch anderen Kanten sorgt. Wie so etwas in der Praxis aussehen kann, können Sie in diesem Video sehen.

Bei der Konstruktion des Unterbodens ist also bereits im Vorfeld so einiges zu beachten, vor allem wenn Sie dies in einem Altbaugebäude planen. Sollten Sie ein visuelles Beispiel des Aufbaus eines geeigneten Unterbodens benötigen, finden Sie hier ein umfangreiches Video mit nützlichen Tipps der Kollegen von „planeo“.

Wann sollten Sie auf Parkett im Bad verzichten?

Ich rate von einem Parkettboden in Badezimmern dringend ab, in denen keine ausreichende Belüftung durch Fenster bzw. eine Ventilation möglich ist. Ohne einer guten Durchlüftung steigt die Belastung des Parkettbodens enorm. Das hat zur Folge, dass sich die Lebensdauer des Bodens verringert und auch die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von feuchtigkeitsbedingten Schäden stark ansteigt.
Sollten Sie auf die schicke Holzoptik aber nicht verzichten wollen, kann ich Ihnen empfehlen, sich genauer mit Fliesen in Holzoptik zu beschäftigen. Mittlerweile sehen diese nämlich in vielen Fällen zum Verwechseln ähnlich aus und sind in ihrer Handhabung und Pflege deutlich leichter, demzufolge eignen sie sich gut für alle Räumlichkeiten.


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1 Kommentar zu „Dielenboden im Bad abdichten“

  1. Ich möchte den Dielenboden in unserem Bad abdichten lassen. Es war wichtig den Tipps zu erfahren, dass man Schwachstellen an Kanten und Fugen des Bodens beachten sollte. Ich werde ein Unternehmen engagieren, dass sich mit Abdichtungen auskennt und welche für mein Bad anfertigen kann.

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